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„Acht-Stunden-Rennen Most“ oder „Wie eine Meisterschaft zu Ende geht“

Im Laufe der Saison habe ich gelernt: Langstreckenrennen fangen erstmal mit Langstrecke an – nämlich die nicht endenden Anfahrten aus dem heimischen Nordwestdeutschland in die Lausitz, nach Magny Cours oder ins tschechische Braunkohleabbauidyl Most. So geschwächt kamen wir (Margret und Michael) am frühen Freitagmorgen an um, wie immer, erst einmal alles abzuladen und aufzubauen.
Das Freitagstraining ließ ich dann aus. Mangels Schlaf und aufgrund bereits vorhandenen Streckenkenntnissen hielt sich die Aufzünd-Lust in Grenzen und ich nutze die gewonnen Zeit für ein Fitnesstraining mit meiner Frau. Nein – ehrlich. Wir sind in flotten 30 Minuten zur burgähnlichen Befestigung, von der man einen einmaligen Blick auf Most und die Rennstrecke hat, rauf gekraxelt und schweißüberströmt wieder runter. In der Zwischenzeitlich hatten sich Lukas und Martin, sowie die Kollegen von MRT 1und 2- Mark, HGW, Wolfgang, Alfons und die Debütanten Ansgar und Peter - ihre ersten Runden gedreht. Die wichtigsten Leute, die Helfer und Mechaniker, ohne die Langstreckenrennen, insbesondere Acht Stunden Rennen, gar nicht zu realisieren wären möchte ich an dieser Stelle nennen und meinen besonderen Dank und Anerkennung aussprechen: Manfred „Manni“ Müller als Teamchef, Mechaniker, oberster Zeitnehmer, Koordinator und Mädchen für alles. Andreas Hüttel hatte als Mechaniker, Koordinator, Ratgeber und Helfer in allen Lagen immer die „Ruhe weg“. Margret Förster agierte als Köchin (wieder viel gelobt von allen), Koordinatorin, Zeitnehmerin, Therapeutin (besonders für MRT 1+2) und Photographin. Die weiteren Teammitglieder Claudia Handke und Kathrin Müller waren leider an diesem Wochenende verhindert (aber bei allen anderen Rennen mit Leib und Seele dabei).
Acht Stunden waren am Sonntag angesagt. Die „ein Motorrad Teams“, MRT 1 und 2 hatten noch alle Hände voll zu tun Boxenstopps und Reifenwechsel zu üben. Besonders MRT 1 hatte eine realistische Meisterschaftschance und so lagen die Nerven blank – ging es doch um die erste Saison in der Klasse 1 (s. GEC Reglement).
Aber auch wir vom VanDijk-IX-Team hatten noch eine – wenn auch nur theoretische - Chance auf den Gewinn der Meisterschaft. Für die erste Saison ein mehr als achtbares Ergebnis. Wer hätte das zu Saisonbeginn geglaubt, waren doch beide Fahrer noch absolute Langstreckenneulinge und der Autor dieses Berichte absoluter „Renn-Novize“.
Der Samstag war somit gefüllt mit Fahren, Üben, Planer, Taktieren und nochmals Üben. Am Abend wurden die Turns und Fahrer festgelegt. Fahrer 1 = Michael, Fahrer 2 = Martin, Fahrer 3 = Lukas – soweit die tschechischen Wetter Götter nicht irgendwelche Kapriolen eingeplant hatten.
Lukas Hülsermann von MRT 3 , der geneigte Leser weiß um die näheren Umstände, als Ergänzungsfahrer für die 8 Hours, hatte am Sonntagmorgen noch ein Pirelli Cup Rennen zu bestreiten. Passend zum Qualifikationstraining GEC regnete es. Alle taktischen Pläne und Findigkeiten waren mit einem Schlag dahin – außer es würde noch schlagartig trocken und die osteuropäischen Wettergötter hätten ein einsehen in Form von Sonne pur oder fönartigen Winden. Leider nein. Es regnete zwar nicht mehr, aber von Sonne keine Spur. Ergo Umstellung der Taktik: Fahrer 2 startet auf Regenreifen und fährt bis die Verhältnisse sich bessern, um dann an Fahrer 1 zu übergeben. Die Taktik ging bis dahin voll auf: Zur Übergabe an Fahrer 3 hatten wir bereits 2 Runden Vorsprung vor dem zweitplazierten Team Apel-Racing, die auch noch die Meisterschaft anführten. Der Fairness halber sei bemerkt, dass nur eine Runde Vorsprung auf der Rennstrecke geholt worden ist. Die Zweite war eine Zeitstrafe für Überholen in der Safety Car Phase für Apel-Racing (hätte uns aber auch passieren können!!!).
Die folgenden Turns waren ausgeglichen, d.h. der Abstand blieb ziemlich konstant, es sah also nicht schlecht für uns aus endlich einmal zu siegen. Dann kam der Regen! Gerade als Lukas und Martin gewechselt hatten, fing es leicht an zu tröpfeln. Die Betonung liegt auf leicht, so das die weitere Vorgehensweise über Sieg oder Niederlage entscheiden konnte. Zum Unglück war Martin auf Slicks ausgerückt. Michael und Lukas hielten kurz Kriegsrat, schauten zuerst zum Himmel, dann sich an und entschieden quasi synchron: schnell umziehen auf Regenreifen. Kaum ausgesprochen regnete es auch schon aus Kübeln und Martin musste 4 Runden wie auf Schmierseife überstehen. Keine leichte Aufgabe, stimmen sicher alle zu, die schon einmal den mehr als gewöhnungsbedürftigen Asphalt von Most unter den Pneus gespürt haben. Im Sauseschritt wurde Michaels Mopete umgerüstet und beschlossen Lukas Motorrad auf Trockenreifen zu belassen, um einen schnellen Wechsel zu ermöglichen, falls das Wetter erneut Kapriolen schlägt.
So fuhr Michael raus und schraubte die Rundenzeiten konstant herunter, so dass später vom befreundeten Apel-Racing-Team die Frage gestellt wurde: Hast Du überhaupt gemerkt habe, dass es nass war?
Und der Vorsprung wuchs auf 5 Runden – auch aufgrund eines Wechselfehlers der Konkurrenten von Apel-Racing.
Zu guter letzt durfte Lukas raus, da die Strecke abtrocknetet. Der fuhr, wie nicht anders erwartet, den Vorsprung souverän nachhause.
Spannend wurde es noch einmal beim MRT 1. Nachdem von uns der Tip kam auf Trockenreifen umzurüsten, fuhr Mark raus und überholte das PS- Beck-Team mit dem letzten - nein - allerletzten Tropfen Sprit. Heraus kam 3,8 Sekunden Vorsprung nach 8 Stunden!!.
Resümee: Mit 2 Siegen Top Ausbeute für die Münsterländer Teams (wir tragen natürlich im Herzen den Namen MRT 4).

 

 

Die Bilder zu diesem Bericht findet Ihr hier

 

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